Reparatur eines Macintosh SE/30 – Teil 1

Kategorien: Information, Neuzugang, Reparatur, Spende

Der von Apple Computer im Jahre 1989 veröffentlichte Macintosh SE/30 war der Nachfolger der Macintosh SE. Anders als die einfache Namenserweiterung SE/30 vermuten lässt handelte es sich aber um eine Neuentwicklung im Vergleich zum SE.

Als Herz schlägt im SE/30 eine Motorola 68030 bei 15,667MHz und verstärkt durch eine 68882 FPU. An RAM kann der SE/30 bis zu 128 MB aufnehmen und er ist außerdem standardmäßig mit einer SCSI Festplatte mit 40MB bzw. 80MB ausgestattet. Das mag heute wenig klingen, bot aber 1989 ein beachtliches Leistungsniveau.

Der SE/30 bietet wie der SE auch einen eingebauten 9 Zoll Monochrom Monitor in Schwarz und Weiß sowie ein 1,44 MB HD Diskettenlaufwerk. Ein vorhandener Erweiterungssteckplatz erlaubt den Einbau einer extra Grafikkarte in dem kompakten Gehäuse der den Anschluss eines externen Farbmonitors ermöglicht.

Der Preis Betrug bei Veröffentlichung stolze USD 4.369 was heute umgerechnet rund EUR 8.300 entspricht. Der Macintosh SE/30 verkaufte sich gut und wurde durch seine Leistung gerne als Number Cruncher in Laboren und im Wissenschaftlichen Bereich eingesetzt sowie im grafischen Bereich. Als Betriebssystem eignen sich die klassischen Macintosh OS 6.0.3 bis OS 7.5.5. Besonders empfiehlt sich OS 7.1.1 das auf dem Würfelmac ausgezeichnet läuft.

Doch wollen wir nun in medias res gehen und uns den Patienten mal ansehen. Der Macintosh SE/30 den ich hier in der Sammlung habe wurde als Spende ans Museum abgegeben. Beim Testen zeigten sich dann ein Bild, jedoch der typische Macintosh Einschaltklang fehlte und auch das Bootsymbol war nicht zu entdecken. Stattdessen lümmelten vertikale Linien auf dem Monitor herum. Ergo, der Bildschirm selber funktioniert und läuft einwandfrei, aber mit dem Mainboard dürfte was nicht stimmen. Ein erster Check im Internet ergab die üblichen Verdächtigen. Zum einen auslaufende Batterien und zum Anderen auslaufende Elektrolyt Kondensatoren (kurz ElKos).

Also mal das Gerät aufschrauben, was leichter gesagt als getan ist. Wohl ist das Gehäuse des SE/30 nur mit vier Schrauben verschraubt, jedoch verstecken sich zwei davon sehr tief im Gehäuse und sind nur schwer zu erreichen.
Also musste ein Torxsatz her der extra lange war um diese beiden Schrauben zu erwischen. Kaum war diese Hürde genommen konnte der Macintosh auch schon entblättert werden. Hier vor allem durch die Bildröhre Vorsicht vor Hochspannung und wenn möglich zuerst mal die Hochspannung abließen lassen.

Staubig, aber die Batterie ist noch ganz!

Ein erster Blick in das Innere zeigte das diesmal durchaus Glück dabei war, denn die auf dem Mainboard befindliche Batterie war nicht ausgelaufen. Also in dieser Hinsicht erstmal Entwarnung. Das Mainboard kann recht simpel aus dem Gehäuse geschoben werden. Da hat sich wirklich noch jemand was überlegt. Und gleich mal raus mit der Batterie.

Da sieht man es schon.

Ein Blick auf das Mainboard zeigte vor allem einmal das es doch ein wenig staubig war. Also mit Druckluft vorsichtig mal drüber blasen. Dann mal vorsichtig alle RAM Bausteine (30 Polige SIMMRAM) und auch das ROM Pack herausnehmen. Bei näherer Betrachtung ergab sich dann das Bild das leider nur allzu bekannt ist, die ElKos sind am Auslaufen. Erkennbar an den angelaufenen Lötpunkten in Umgebung der Alubecher ElKos. Außerdem war rund um die Lümmel auch das Mainboard deutlich dunkler was ebenfalls aufs Auslaufen der ElKos hin weißt.

Siff auch hier rund um die drei runden ElKos

Also nimmt das Mainboard mal ein Bad um es von Schmutz und Staub komplett zu befreien. Danach ein sanftes Peeling mit einem Pinsel um auch hartnäckigeren Schmutz zu entfernen. Nach dieser ersten Wellnessbehandlung werden nun als nächstes die alten ElKos entfernt.

Die ElKos sind entfernt, bereit zum Reinigen

Dies geschieht für mich am Einfachsten mit einem Heißluftlötkolben. Damit konnten die insgesamt zwölf ElKos in SMD Alubecher Bauweise schnell und mühelos und vor allem schonend für die Kontakte entfernt werden. Die beiden normalen Radial ElKos sind dann ganz normal mit einem Lötkolben entfernt worden. Danach noch ordentlich das ganze Board mit Isopropanol reinigen. Während das Board trocknet gleich noch passende Ersatz ElKos in Keramik Bauweise (KerKos) bestellen, damit ist die Gefahr des neuerlichen Auslaufens gebannt.

Und damit endet mal der erste Teil dieses Posts. Ich hoffe es hat Euch gefallen und ich würde mich über Kommentare freuen.

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