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SUN SPARCstation 5 - Revitalisierung

Mit der Riesen Spende der Sammlung von Sonja Puz kam unter anderem auch eine SUN SPARCstation 5 zu uns ins Museum. Auch wenn wir nicht unbedingt uf Workstations ausgerichtet sind, so bietet sich der Juni(x) sich ja Quasi an um sich etwas näher mit dieser Hardware zu befassen.

Der erste Start der SPARCstation 5

Die SPARCstation 5 mit dem schönen Codenamen „Aurora“ wurde im Jahre 1994 von SUN auf den Markt gebracht. Wie der Name schon sagt handelt es sich um hier um eine System mit der SUN eigenen SPARC CPU Architektur und die Nummer 5 zeichnet es als Einstiegsgerät aus. Das Model war eines der bestverkauften UNIX Workstations zu dieser Zeit und es wurde über 400.000 Stück davon verkauft.

Das Gehäuse lässt sich recht einfach öffnen und erlaubt einen guten Zugriff auf alle Komponenten. Die Grafikkarte Links hält noch eine Überraschung für den geneigten Benutzer parat und rechts ist eine Netzwerkkarte zu sehen. RAM Bestückung ist hier 32MB und das Board bietet noch reichlich Platz für eine Erweiterung auch bis zu 256 MB von speziellen RAM  Riegeln.

Das Mainboard der SPARCstation mit bereits repariertem DALLAS Chip.

Ein Problem mit dem leider alle älteren SUN SPARCstations zu kämpfen habe, ist deren Amnesie was ihre System ID und MAC Adresse angeht. Denn wie bei vielen Geräten aus den 90er Jahren wurde hier ein DALLAS Chip für Echtzeituhr und Batterie eingesetzt, der nach 30 Jahren mit Sicherheit leer ist. Zum Glück jedoch läuft dieser nur in ganz seltenen Fällen aus, anders als die Tonnenakkus von Varta.

Der Chip sitzt zum Glück auf einem Sockel und kann so recht simpel entfernt werden. Dann muss an der Seite vorsichtig Material abgetragen werden bis die beiden Kontakte der leeren Batterie zu sehen sind. Mit Hilfe zweier Drähte und einer Halterung für eine Knopfzelle kann der Chip wieder flottgemacht und zurück aufs Mainboard gesteckt werden.

Und so funktioniert der Chip wieder.

Nächster Schritt ist nun das Gerät an einen passenden Monitor, Maus und Tatstatur anzuschließen. Zum Glück sind letztere im Original vorhanden, es wäre aber auch möglich normale PS/2 Geräte zu verwenden. Ganz Anders sieht die Sache mit dem Anschluss eines Monitors aus, denn SUN verwendet hier, wie auch Digital oder SGI, den 13W3 Anschluss statt herkömmlichen VGA. Und um uns die ganze Sache einfacher zu machen, haben alle drei Hersteller unterschiedliche PIN Belegungen an den Kabeln.

13W3 Adapterkabel mit einstellbarer PIN Belegung

Zum Glück konnten wir auf eBay ein entsprechendes Kabel ordern, welches es erlaubt die PIN Belegung für die jeweiligen Geräte anzupassen. Der Preis war jedoch nicht ganz ohne und es zählt definitiv zu den wohl teuersten Kabeln bei uns im Museum. Der Vorteil ist wiederum das es dafür auch mit mehreren Systemen funktioniert.

Nachdem ein Monitor angeschlossen war und Maus und Tastatur ebenfalls, wurde das Gerät mal eingeschaltet und siehe da, nach kurzer Zeit zeigte sich das die SUN am Leben war, jedoch an fundamentalem Gedächtnisverlust litt. So konnte sie sich weder an ihre Type, Seriennummer oder MAC Adresse erinnern und verweigerte daraufhin den Bootvorgang weil auch noch alle Infos zum Bootmedium verlustig gegangen waren.

Amnesie bei der SPARCstation.

Danke einiger sehr hilfreicher YouTube Videos konnten wir jedoch dem Gedächtnis ein wenig auf die Sprünge helfen und dem System so wieder Leben einhauchen. Denn wieder Erwarten bootete das gute Stück sofort in SunOS 5.5 oder besser bekannt unter Solaris 2.6.  Dieses schlummerte noch auf den beiden installierten SCSI Festplatten die verbaut sind. Einer Neuinstallation steht aber ebenfalls nichts im Weg, da in unserem gerät ebenfalls ein CD-Rom Laufwerk installiert ist und darin auch noch ein Installationsmedium von Solaris 2.5 zu finden war.

Dem Loginfenster konnten wir uns auch noch durch den beherzten Druck auf die Enter Taste entledigen und standen daraufhin direkt am Desktop und konnten uns ein wenig durch die Verzeichnisse klicken, was aber nicht wirklich ergiebig waren, dürfte der Vorbesitzer doch eine Neuinstallation durchgeführt haben. Nichts desto Trotz handelt es sich um ein schönes Gerät das, bis auf den RAM, recht gut ausgestattet ist.

UNIX zählt zu den Meilensteinen der Computerhistorie und alleine die ersten Jahre seit dessen Entstehung bieten Platz für tausende Seiten. Der Kampf zwischen AT&T und der Universität Berkely oder die Entstehung von GNU. Umso mehr freut es uns das wir nun auch bei uns eine Möglichkeit haben um UNIX kennen zu lernen. Bleibt nur mehr eine Frage die es zu beantworten gilt? Can it run DOOM? Dies werden wir wohl bald mal testen müssen. 

Neues aus dem Museum

Auf unserem Blog findet Ihr aktuelle Infos zum Museum und mögliche Veranstaltungen.

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