KCM Blog
PDP-11/34A - Restaurierung Teil 5
Nachdem die CPU nun läuft geht es ans wieder zusammenbauen des über 40 Jahre alten Gerätes. Dafür haben wir einige Dinge an dem Gehäuse neu lackiert und instandgesetzt. Neben den Abdeckungen für die Steckkarten und die Backplanes war hier die Programmers Console und der Luftfilter eine Herrausforderung.
Endlich geht es wieder ans Zusammenbauen der PDP-11/34A. Und hier zeigt sich wieder mal wie wichtig Dokumentation schon beim Auseinandernehmen ist, denn dabei waren doch einige Kabel abgesteckt worden und viele Schrauben zu lösen gewesen. Das Ganze nun nach mehr als einem halben Jahr wieder zusammen zu bauen wäre ohne ausreichend Fotodokumentation ist nur schwer möglich. Doch auch dabei muss mit Bedacht vorgegangen werden, denn ein paar Dinge haben sich ja geändert im System.
Als das Gerät zu uns kam, war auch die zweite Backplane der PDP mit einigen Karten bestückt. Das diese aktuell nun nicht im System sind hat gravierende Veränderungen am Verlauf des Luftstroms der für die Kühlung zuständig ist zur Folge. Denn Luft nimmt natürlich den Weg des geringsten Wiederstandes und so würde der Großteil der Luft, die durch das Gehäuse fließt neben den Unibus Karten vorbei laufen. Es bestünde die Gefahr das die Karten dann nicht ausreichend gekühlt werden.
Um dem entgegenzuwirken wurde ein Stück Pappe in das Gehäuse eingesetzt welche der Luft einen Wiederstand entgegen setzt und sie damit zwingt mehr durch die Karten zu fließen und damit deren Kühlung sicherzustellen. Dies sollte für ausreichend frische Luft in den engen Spalten zwischen den Karten sorgen. So gewappnet geht es an den Ersatz des vor langer Zeit zerfallenen Luftfilters an der Front des Gerätes.
Wie auf dem Bild zu sehen befindet sich links ein weißer Luftfilter, der die angesaugte Luft beim Eintritt ins Gerät von groben Partikeln befreit. Im Original ist hier ein Schaumstofffilter verbaut. Leider haben Kunststoffe, und speziell Schaumstoff aus den 70er Jahren die Angewohnheit nach fast 50 Jahren nicht mehr ganz so weich und elastisch zu sein. Und so war es auch hier, der Großteil des Filters war inzwischen zu Krümeln zerfallen und bröselte bei jeder Berührung davon. Dies kann vor Allem bei sehr empfindlichen Geräten wie den RL01 Plattenlaufwerken durchaus fatale Folgen haben.
Nachdem die Reste des alten Filters beseitigt und der neue eingesetzt war ging es mit den Aufhängungen für das Schrank weiter. Dabei handelt es sich um eine sehr interessante Konstruktion. Bei den Meisten Aufhängungen handelt es sich um einfache Teleskopschienen, die es erlauben das Gerät nach Vorne aus dem Rack zu zeihen und so Zugriff auf die Oberseite zu haben.
Die Unterseite ist dabei aber nur schwer zugänglich, was im Falle der PDP ein Problem darstellt da aufgrund der verwendeten WireWrap Backplanes auch ein Zugang von Unten sehr wichtig für Fehlerbehebung und Wartung ist. Dies war natürlich auch Digital bekannt und deshalb haben sie sich für die PDPs etwas spezielles ausgedacht.
Denn um den Zugang für Techniker zu vereinfach und zu verhindern das sie unter die herausgefahrene PDP klettern müssen wurde der ganzen Konstruktion die Fähigkeit gegeben das Gerät zu schwenken. Zieht man an den (im Bild Links zu sehenden) Hebeln, so wird die Verrieglung gelöst und das ganze Chassis lässt sich in zwei Schritten nach oben schwenken. Die auf dem Bild erkennbaren Einkerbungen zeigen die beiden möglichen Winkel, also 45 Grad und 90 Grad. Dies erlaubt es sehr komfortabel auf die Hardware auch von der Unterseite heranzukommen.
Nachdem das Gerät nun bereit ist wieder in sein angestammtes Rack zu kommen muss noch die Einhausung wieder auf Vordermann gebracht werden, denn die lange Lagerung im Keller blieb nicht ganz ohne Spuren.
Fortsetzung folgt…
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